Geschichte & Gegenwart

Den Text des Neuenkirchen Dorfliedes schrieben Manfred O. Hinz und Helgard Patemann-Hinz, die auch überlieferte Melodie bearbeiteten. Bei den plattdeutschen Strophen half Elke Runge. Die ursprüngliche Melodie stammt von Albert Methfessel (1785 – 1869) als Vertonung von „Mein Neujahrslied“ von Matthias Claudius (1740 – 1815).

In einem Bauabnahmebericht aus dem Jahr 1865 liest man über unsere Kirche: „Die kleine romanische Kirche von Backstein ist ein seltenes Kunstkleinod.“ Als ihr Baujahr wird 1150 angenommen. In einem Gutachten von 1905 heißt es, dass „bis auf das Übertünchen der gemalten Wände und Gewölbe, das Einbauen von Altar, Kanzel und Empore und Gestühl, so wie das Vergrößern einzelner Fenster ist die Kirche unberührt in alter Form geblieben … .“

Auf einer Fahrradtour von Twistringen nach Bruchhausen-Vilsen, bei herrlichem Wetter, lag auf unserem Weg die St. Katherinen-Kirche in Neuenkirchen. Meine Freunde und ich waren zunächst von der gepflegten Außenanlage des Gotteshauses begeistert. Mir persönlich kamen dann aber noch einige Erinnerungen an meine Zeit als Messdiener in Twistringen und, man sollte es kaum glauben, in Neuenkirchen.

In unserer eiszeitlich geprägten Landschaft verlaufen in unserem Gemeindegebiet drei Bachsysteme: Der Kuhbach ganz im Westen in den Ortschaften Wehrenberg und Egenhausen, der Nienstedter Mühlenbach östlich der Bundesstraße und eben der Klosterbach in der Mitte unseres Dorfes.

Östlich unseres Dorfes erstreckt sich eine urwüchsige und wilde Landschaft – abweisend, verschlossen und doch vielfältig und reizvoll: das Todtenbruchsmoor. An trüben Herbst- und Wintertagen, wenn die Nebel aufsteigen, flimmern die Wasser der Tümpel und morastigen Wasserläufe zwischen einem üppigen Gestrüpp von Pflanzen hindurch:  hohen Farnen, Kalmus, Binsen, Brennnesseln,  Brombeer- und Himbeerranken. Höhlen-, Alt- und Totholzbäume staken bizarr aus dem Gewirr heraus und umgestürzte Bäume versperren den Zutritt zu dieser stillen Welt. Nur das Knistern der Blätter der Schwarzerlen und Eschen ist zu hören, die ein sanfter Wind bewegt…

Spüren wir doch einmal dem Lauf der Jahreszeiten im und um das Moor herum nach!

Es ist Vorfrühling im Todtenbruchsmoor. Noch zeichnet sich die Silhouette des Erlen- und Eschenbruchwaldes finster gegen den Himmel ab. Wo die Sonne hinfällt, schimmern bereits die hellgrünen Blättchen der Saalweide. Ein einsamer Storch steht auf einem Feld vorm Moorwald und pickt in der Wintersaat. Der Frühling kündigt sich mit den ersten Rufen des Kuckucks an, die weit bis in das Dorf hinein zu hören sind. Zwei Feldhasen hoppeln aufeinander zu und führen einen Hochzeitstanz auf. Emsiges Hacken ist zu hören, das ist ein Bunt- oder Grauspecht, der sich seine Baum- und Spechthöhle einrichtet. Das Vogelgezwitscher wird lauter. Bald stören Nachts die nervigen Bettelrufe der Jungen der Waldohreule.

Kenner der Geschichte unserer Landschaft berichten von Edelherren, den Grimmenbergern, die vermutlich seit der Mitte des 12. Jahrhunderts mit Neuenkirchen verbunden waren, ja eine Burg errichtet hatten. Hans Gerke schreibt in seinem Heimatbuch: „Von der Burg ist heute nichts mehr zu sehen. Die Frage, ob es sich um eine Wasserburg gehandelt hat oder nicht, lässt sich wohl kaum klären. Vor zweihundert Jahren soll ein Augenzeuge … noch drei Wälle und zwei Gräben gesichtet haben. Außerdem seien bei Grabungen verschiedene Gefäße gefunden worden. … . Der Sage nach soll die Burg 1346 abgebrochen worden und die Steine zum Bau der Ehrenburg verwendet worden sein.“

Die Geschichte der Häuslinge begann Anfang des 16ten und endete in der Mitte des letzten Jahrhunderts. Häuslinge waren "freie" Angestellte eines Bauern: sie bekamen ein Stück Land, das sie zur Eigenversorgung bewirtschafteten und ein kleines Haus. Als Gegenleistung mussten sie ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, sobald der Bauer sie brauchte. Ihre Tätigkeiten wurden auf dem Feld benötigt aber auch zur Versorgung des Viehs. Da in den Wintermonaten wenig Arbeit anfiel, übten viele in dieser Zeit ein Handwerk aus, als Hausschlachter, Schuster oder Kesselflicker.

Dort, wo der Privatweg Grimberg auf den von der neuenkirchener Dorfstraße abgehenden Auf dem Heidberg trifft, steht ein renoviertes Fachwerkhaus. Das Haus wurde im Jahre 1837 erbaut und gehörte bis zum Jahre 1973 zum Hof Landwehr,  Neuenkirchen 10, einer ehemaligen Halbmeierstelle. Im Landwehr Hof wurden viele heimatkundliche Dokumente bewahrt, so auch Unterlagen zu den Erbauern des Hauses 10 D, Friedrich Wolters und Gesche Marie Landwehr, geborene Grimberg, wie auch über die Errichtung des Hauses selbst. So wissen wir, dass 101 Reichsthaler und 61 Groschen das damals strohgedeckte Haus kostete. Das Original der Rechnung liegt heute noch vor.

„Wat willt wi denn awer upstellen?“ frög Rathkamps Harm.

„Dat Dörp up’n Kopp stelln?“ frög Lehmkuhlen Krischan wieter.

„Fragt Sudhops Dierken man!“ rep Heidhoffs Hinnerk,  „de schall wäten, wat he will, de schall woll ’n Plan hebben!“ 1

Sudhops Dierk und die ihm zugeschriebenen humoristischen Geschichten tauchen immer wieder auf: in Hans Gerkes Heimatbuch2, in Heinrich Meyers Geschichte unserer Dörfer3, und nicht zuletzt in Heinrich Mellohs Lesungen im Heimatverein Neuenkirchen.

Der Gedanke, ein Dorfgemeinschaftshaus zu bauen, entstand 1990, nachdem die Gaststätte Beuke mit Saalbetrieb geschlossen war. Damit hatte Neuenkirchen keinen größeren Versammlungsraum und insbesondere keinen Saal mit Bühne.

Demnächst in Neuenkirchen

Dienstag, den 15.10.2019, 19:30 Uhr
Neuenkirchener Marketing e.V., Neuenkirchener Marketing

Dienstag, den 15.10.2019, 19:30 Uhr
Theaterüben, Neenkarkner Dörpspeeler

Mittwoch, den 16.10.2019, 18:00 Uhr
DRK - wöchentliche Radtour, DRK

Samstag, den 19.10.2019, 10:00 Uhr
Patchwork, Dorfgemeinschaft

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