Kenner der Geschichte unserer Landschaft berichten von Edelherren, den Grimmenbergern, die vermutlich seit der Mitte des 12. Jahrhunderts mit Neuenkirchen verbunden waren, ja eine Burg errichtet hatten. Hans Gerke schreibt in seinem Heimatbuch: „Von der Burg ist heute nichts mehr zu sehen. Die Frage, ob es sich um eine Wasserburg gehandelt hat oder nicht, lässt sich wohl kaum klären. Vor zweihundert Jahren soll ein Augenzeuge … noch drei Wälle und zwei Gräben gesichtet haben. Außerdem seien bei Grabungen verschiedene Gefäße gefunden worden. … . Der Sage nach soll die Burg 1346 abgebrochen worden und die Steine zum Bau der Ehrenburg verwendet worden sein.“

Übereinstimmung besteht, dass die Burg der Grimmenberger in der Gegend der Sudhoper Höfe im Bereich eines Baches, der den Burggraben mit Wasser versorgte, lag. Dieser heutige Nienstedter Bach - so berichtet Cordes - war um 1710 „widerrechtlich“ nach Osten verlegt worden, sodass lange an falscher Stelle nach der Burg gesucht wurde. Als man die Verlegung des Baches mit der Frage nach dem Standort der Burg in Verbindung brachte, „lichtete sich … das Dunkel um unsere Burg.“

Cordes: „Wissen wir doch jetzt, warum der Nienstedter Bach heute östlich von der von den Jägern sogenannten Kugelweide verläuft und nicht mehr in seinem alten Bachbett, um die ehemalige „Wasserburg“ …  zu schützen.“ Dies gab Anstoß zu einem dorfarchäologischen Projekt: der Heimatverein Neuenkirchen führte Grabungen durch.

Cordes berichtet: „Im März 1991 überprüften wir die Bodenbeschaffenheit dieses Areals mit einem ein Meter langen Schlagbohrer. Wir fanden: Ein sich deutlich abhebendes Rondell von circa 30 m im Durchmesser auf unberührtem lehmigen Sandboden. Danach folgt der vermutete Graben von circa 10m Breite. Er ist durch Sand- und Schwemmstoffe verlandet - anmooriges Brackwasser hat das jetzige Material verfärbt und macht diesen Streifen fast unbegehbar. Mit dem ein Meter langen Bohrstock konnte ein fester Untergrund nicht erfasst werden. Nach Osten hin schließt sich, abrupt ansteigend, die auf Mineralboden liegende von den Jägern sogenannte Kugelweide an. Auf der gegenüberliegenden Seite des Rondells befindet sich gleichermaßen eine solche Grabenanlage. … Eine weitere Quelle, die uns ggfs. zu einer zweiten Burganlage führen sollte, galt es, in der Kugelweide zu erbohren. Wir versuchten unser Glück in Richtung Südost … . [Wir] stießen zwar bei 5 Meterschritten nach 40 m auf eine verfüllte, grabenähnliche Vertiefung, aber das wars denn auch! Effektvoller wäre sicher eine durchgehende Sondierung mit einem schmalen Bagger gewesen, aber da die Weide zum Verkauf stand, durften wir auf keinen Fall die Oberfläche beschädigen.“

Cordes beschließt den Bericht mit der Erwartung: „Vielleicht besteht ja eines Tages die Möglichkeit, … [eine systematische Grabung] nachzuholen.“

Autor: Manfred O. Hinz1

1Ich beziehe mich im Folgenden auf von Werner Cordes verfasste Texte, die in seiner Broschüre: Anlage zu den Flurnamen – und was um Haus und Hof geschah (Neuenkirchen o.J.) zu finden sind. Weiteres schuldet der Beitrag dem Heimatbuch von Hans Gerke (Sulingen 1972); dem Artikel Aus der Vergangenheit von Neuenkirchen von Hans Ehlich, in: Unter der Bärenklaue, 1964, 4,4: 25ff. 1965, 4,5: 35ff.; der Chronik von Neuenkirchen von Hans Ehlich& Werner Cordes. (Schwaförden 1992) und Bernd Huckers Die Edelherren von Grimmenberg und ihre Kirchengründungen in der Volkserzählung, in: B. U. Hucker u.a., Heimatgeschichte im Spiegel der Sage, Diepholz 1995: 47ff.

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