Auf einer Fahrradtour von Twistringen nach Bruchhausen-Vilsen, bei herrlichem Wetter, lag auf unserem Weg die St. Katherinen-Kirche in Neuenkirchen. Meine Freunde und ich waren zunächst von der gepflegten Außenanlage des Gotteshauses begeistert. Mir persönlich kamen dann aber noch einige Erinnerungen an meine Zeit als Messdiener in Twistringen und, man sollte es kaum glauben, in Neuenkirchen.

Also, kurz auf die Bremse getreten und die Fahrräder geparkt. Der Versuch, in die Kirche zu gelangen, scheiterte zunächst. Sie war verschlossen. Aber, wir hatten Glück. Im Kirchpark wurde gearbeitet. Wir sprachen den fleißigen Gartenpfleger an. Er hatte zwar keinen Schlüssel für die Kirche, aber, er wusste Rat. Ein kurzes Telefonat und schon kam der "Schlüsseldienst".

Als wir die Kirche betraten, waren wir erneut sehr begeistert. Eine so gepflegte historische Kirche bekommt man nicht häufig zu sehen. Für mich wurden die Erinnerungen dann noch intensiver:

Es war Ende der 50-er Jahre, also vor etwa 55 Jahren, als in Neuenkirchen alle 2 oder 4 Wochen eine katholische Messe gefeiert wurde. Mit dem damaligen Twistringer Vikar Dr. Alois Jansen (am 21. November 2013 als Domprobst in Hamburg verstorben) fuhren zwei Messdiener nach Neuenkichen. In zwei Koffern wurden alle nötigen Utensilien für den Gottesdienst mitgeführt. Hinter dem Altar wurden die Messgewänder bereitgelegt und dann in der üblichen Form angezogen. Der Altar wurde vorbereitet und Hostien, Wasser und Wein hergerichtet.

Mindestens 20 mal durfte ich als Messdiener dabei sein. Bei den Kirchgängern handelte es sich überwiegend um Vertriebene, die nach dem Krieg in der Gegend eine neue Heimat gefunden hatten. Der Weg in eine katholische Kirche war für sie einfach zu weit. Eine Besonderheit war noch, dass sich in der Umgebung einige italienische Gastarbeiter aufhielten, die regelmäßig die Messfeier besuchten. Für sie war es ein besonderer Vorteil, dass Vikar Dr. Jansen  in Rom studiert hatte und perfekt italienisch sprach. So wurde dann häufig auch eine Predigt in italienischer Sprache gehalten. Die Messfeier fand damals ohnehin noch in lateinischer Sprache statt.

Nach der Messe stand Vikar Jansen den Gastarbeitern, die in Deutschland natürlich ihre Sprachprobleme hatten, mit Rat und Tat für Alltagssorgen zur Verfügung. Der Vikar, mit dem ich noch sehr lange Jahre in gutem Kontakt stand, war ein sehr aufgeschlossener und humorvoller Priester. Deshalb freuten wir Messdiener uns immer auf die Fahrt nach Neuenkirchen, die uns allen viel Freude bereitete. Außerdem gab es zum Schluss noch Butterkuchen.

Wir haben also damals in Neuenkirchen und Twistringen schon Ökumene gelebt, was wir uns heute eigentlich noch viel intensiver wünschen sollten.

Autor: Peter Dünzelmann

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