Dort, wo der Privatweg Grimberg auf den von der neuenkirchener Dorfstraße abgehenden Auf dem Heidberg trifft, steht ein renoviertes Fachwerkhaus. Das Haus wurde im Jahre 1837 erbaut und gehörte bis zum Jahre 1973 zum Hof Landwehr,  Neuenkirchen 10, einer ehemaligen Halbmeierstelle. Im Landwehr Hof wurden viele heimatkundliche Dokumente bewahrt, so auch Unterlagen zu den Erbauern des Hauses 10 D, Friedrich Wolters und Gesche Marie Landwehr, geborene Grimberg, wie auch über die Errichtung des Hauses selbst. So wissen wir, dass 101 Reichsthaler und 61 Groschen das damals strohgedeckte Haus kostete. Das Original der Rechnung liegt heute noch vor.

Das Haus 10 D hat eine wechselvolle Geschichte. Nachdem es zunächst als zweite Hofstelle diente, wurde es im Jahre 1881 Häuslingshaus. Heinrich Hinrichs war der erste Heuerling. Er und seine Familie bewohnt das Haus 10 D von 1881 bis 1898. Bis 1920 lebt im Haus Familie Dettmer, zu deren Nachfahren verschiedene neuenkirchener Familien gehören. 1920 zieht Wilhelm Wohlers, neben seiner Arbeit als Häusler als Schuhmachermeister tätig, in das Haus 10 D ein. Schuhmachermeister Wilhelm Wohlers und Frau folgen ihm bis zum Jahre 1927. Der letzte Heuerling war Wilhelm Beerhorst, der mit seiner Frau Anna und Tochter Herta von 1928 bis 1959 das Haus bewohnte. Die Beerhorsts bewirtschafteten zwei Hektar Land: eine Schweineweide beim Haus, der Rest war Acker. Ungefähr drei Hektar pachteten sie dazu. Sie hielten 3 bis 4 Kühe und 5 bis 7 Schweine. Die Sauen verkauften sie. Die Bewirtschaftung war unter den gegebenen räumlichen Verhältnissen nicht einfach und so hatten die Schweine vollen Familienanschluss.

Oft konnte man sehen, dass die Ferkel in der Küche ihren Platz hatten, weil es in den Ställen einfach zu kalt war. Gespann und Maschinen zur Bewirtschaftung wurden vom Landwehr Hof gestellt. Pacht war nicht zu zahlen, dafür gab es die Verpflichtung, in den Spitzenzeiten auf dem Hof zu helfen.

Vater Beerhorst wirtschaftete erfolgreich und engagierte sich auch im neuenkirchener Gemeindeleben. Mitte der 50er Jahre konnte er ein Pferd anschaffen; in späteren Jahren war er Mitglied im Gemeinderat wie auch im Vorstand des Schützenvereins. Tochter Herta führte in Neuenkirchen über viele Jahre die Milchkontrolle durch. Sie heiratete später Otto Kirsch. Um mehr Platz zu haben – Sohn Heino wurde geboren - wurde das Haus 10 D mit einem Anbau versehen. 1959 erfolgte der Umzug in ein eigenes Haus, vom dem aus Familie Kirsch die Landwirtschaft noch einige weitere Jahre betrieb.

Autor: Karl Landwehr1

1 Die von mir gesammelten Informationen sind in verschiedenen Zusammenhängen erschienen, zuletzt in einem Artikel von Wilfried Meyer, 177 Jahre lang „Kommen und Gehen“. In: Zwischen Hunte und Weser 2014, 69: Seite 16f. sowie das Foto des Hauses in: Bärenschild und Löwentatze, 1984, 2: 1.

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